Flechtdorfer Chronik 2

Flechtdorfer Chronik 2

Die Familien und ihre Häuser

Eine mit falschem Eheversprechen „verführte“ Jungfrau, Streit mit dem Pfarrer um eine „wilde Ehe“, tragische Todesfälle – das pralle Leben spiegelt sich wider im frisch erschienenen Buch von Dr. Karl Schlömer: Er legt im zweiten Band seiner „Flechtdorfer Chronik“ den Schwerpunkt auf die Familien des Dorfes und ihre Häuser. Die Reihenfolge im Buch richtet sich nach den 72 Hausnummern, die von 1900 bis zur Bildung der Gemeinde Diemelsee 1972 benutzt worden sind. Jedes Gebäude hat bis heute seinen Hausnamen – von Allemegges und Arnolds bis Wittefelds und Zenziges. Für jedes Haus zeichnet er chronologisch nach, welche Familien es bewohnt haben. Da Schlömer die Familiengeschichte über die Zweige weiter verfolgt, erwähnt er auch viele Familien, die heute nicht mehr im historischen Dorfkern wohnen, oder Zugezogene, die in alte
Familien eingeheiratet haben.

 

Dr. Karl Schlömer, Flechtdorfer Chronik, Band 2: Die Familien und ihre Häuser, Preis: 35 Euro.

Quellen zusammengetragen Schlömers Quellengrundlage sind die Flechtdorfer Kirchenbücher, außerdem hat er alle greifbaren Ortssippenbücher herangezogen, um etwas über Familienzweige in Erfahrung zu bringen. Zu den einzelnen Familien hat er historische Fotos gesammelt, weitere Aufnahmen zeigen Grabsteine an der Klosterkirche. „Ich habe alle Familien angesprochen“, berichtet er. So kam er auch an weitere alte Dokumente wie Ehe- und Kaufverträge, die er im Wortlaut zitiert. Auch Bittbriefe an den Grafen, Prozesse des Flechtdorfer Bauerngerichts, Rechtsgeschäfte und Auszüge aus Saalbüchern oder den Protokollbüchern der Gemeinde führt er an. So kann Schlömer nicht nur einzelne Einwohner näher beschreiben, von denen das Ortssippenbuch nur die Daten nennt. Er dokumentiert den Aufbau oder den Niedergang von Höfen, die Schuldenlast, Unterhaltspflichten, Katastrophen wie Brände und Kriegsfolgen. Seine Zusammenstellung gibt so auch spannende Einblicke ins dörfliche Leben, in einstige Moralvorstellungen und in die Sozialstruktur Flechtdorfs. Auch die Pfarrer und die Rentmeister des einstigen Klosters finden ihren Platz im Buch. Und die Leser erfahren, dass der Vater des berühmten klassizistischen Bildhauers Daniel Christian Rauch, Johann Georg Rauch, aus Flechtdorf stammt – er wurde Kammerdiener im Arolser Schloss. Auch den zweiten Band hat Schlömers Tochter Agnes Glöckler am Computer layoutet. Mit der Herausgabe des Buches endet das Projekt Dorfgeschichte, das Schlömer 20 Jahre lang intensiv beschäftigt hat. „Das war mein Hobby“, sagt der heute 84-Jährige. Ein weiteres Werk hat er nicht in Planung: „Irgendwann muss auch mal Schluss sein.“(ks)

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Preis: €35.00

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