Marsbergs Fundstück des Monats Dezember 2013 spiegelt die Ursprünge einer alten Marsberger Uhrmacher- und Juwelierfamilie wider

Marsbergs Fundstück des Monats Dezember 2013 spiegelt die Ursprünge einer alten Marsberger Uhrmacher- und Juwelierfamilie wider

Niedermarsberg. Familie Rentrop aus Niedermarsberg ist eine alteingesessene Marsberger Uhrmacher- und Juwelierfamilie. Walter Rentrop sen. und Walter Rentrop jun. überreichten dem Verein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ jetzt geschichtliche Aufzeichnungen, Urkunden, Dokumente, historische Werbeannoncen und Fotos zu dessen Familien- und Firmengeschichte.   

01 - Walter Rentrop mit dem Bildnis seiner Großeltern

Walter Rentrop jun. präsentiert das Bildnis von seinem Großvater Paul Rentrop und seiner Großmutter Elise Rentrop, geb. Mummert, aus dem Jahr 1930.

Diese interessante Sammlung wird der Marsberger Geschichts- und Heimatverein vollständig in seinen zukünftigen Vereinspublikationen innerhalb verschiedenster Artikel veröffentlichen. Die „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ prämierten die Rentrop-Sammlung zu Marsbergs Fundstück des Monats Dezember 2013. Der Sauerlandkurier stellt die geschichtlichen Hintergründe exklusiv vor. Walter Rentrop sen. präsentierte darüber hinaus seine aufgeschriebenen Berichte aus dem Ende der Kriegszeit und zu den ersten Nachkriegsjahren, die sein Leben und das Leben in Marsberg und der Umgebung widerspiegeln. Als absolute Raritäten gelten seine „gesprochenen Feldpostbriefe“ – aufgenommen im November 1942 im französischen Lille, die noch heute über einen schallplattenähnlichen Spieler abzuspielen sind, und natürlich die ersten Trauringe, die nach dem II. Weltkrieg von der Firma hergestellt wurden. Man musste sich damals behelfen. Metall und Rohstoffe waren knapp bzw. gar nicht vorhanden und so entstanden in 1945 Ringe aus eingeschmolzenen Fünf-Mark-Stücken. Sie wurden überwiegend im Ruhrgebiet bei „Hamster-Zügen“ in Lebensmittel umgetauscht. Die damaligen Zeiten waren hart. Gegründet hatte das Marsberger Uhrmacher- und Juweliergeschäft in der dortigen Hauptstraße, das als das älteste, noch bestehende seines Faches in Marsberg gilt, Paul Rentrop im Jahr 1910. Er stammte aus Altena i. W. und absolvierte vom 06.05.1897 bis 01.05.1901 beim Uhrmacher Louis Pfänder in Hagen seine Lehre. Anschließend führte es ihn ins benachbarte „Arolsen in Waldeck“, wo er von 1901 bis 1903 bei „Uhrmacher Vogell“ angestellt war. In 1903 wechselte er die Anstellung. Rentrop arbeitete fortan bis ins Jahr 1907 in Bayreuth beim namhaften Uhrmacher und Goldarbeiter Max Weiss. Von 1907 bis 1908 war Paul Rentrop bei „Uhren, Gold- und Silberwaren“ Heinrich Kindlinger in Mainz beschäftigt. Rentrop sammelte weitere Praktika bei „Uhren Unterkircher“ in Bozen von 1908 bis 1909.

Anschließend war er bis zur eigenen Firmengründung beim renommierten „Henri Blanc“ in Genf tätig. In Marsberg baute er sich schnell ein namhaftes Unternehmen mit Uhren, Schmuck und Goldwaren auf. Paul Rentrop heiratete 1920 Elise Mummert. Sohn Walter Rentrop kam am 11.01.1924 zur Welt. Am 06.10.1949 legte Walter Rentrop in Hamburg vor der dortigen Handwerkskammer seine Meisterprüfung im Uhrmacher-Handwerk ab. Er führte mit Kriegsdienstunterbrechung auch das Unternehmen und baute es zur bekannten Schatzinsel um. Ihm folgte Sohn Walter Rentrop jun.. Fabian Rentrop repräsentiert derweil die 4. Generation der Rentrops als Goldschmied-Meister. Die große Rentrop-Sammlung, die nun zu Marsbergs Fundstück des Monats benannt wurde, beinhaltet u. a. auch verschiedenste Uhrmacher-Fachbücher, Armband- und Taschenuhren samt Schatullen, Schmuckkästchen und Ring-Döschen aus der Gründungszeit des Unternehmens, die allesamt noch den ursprünglichen Firmen-Schriftzug mit dem Logo von „Paul Rentrop“ tragen. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichten.de