Marsberg und der I. Weltkrieg – Ausstellung ab 31.05.2014 in der Hauptschule

Marsberg und der I. Weltkrieg – Ausstellung ab 31.05.2014 in der Hauptschule

Marsberg. Genau einen Monat nach dem Attentat auf ihren Thronfolger Franz Ferdinand am 28.06.1914 in Sarajevo rückte Österreich am 28.07.1914 gegen Serbien vor.

Diese Feldpostkarte spiegelt den Zeitgeist um die Anfangseuphorie zu Beginn des I. Weltkrieges wider. Man war sich siegessicher. Die Karte wurde am 12.10.1914 in Bredelar abgestempelt und verschickt.

Diese Feldpostkarte spiegelt den Zeitgeist um die Anfangseuphorie zu Beginn des I. Weltkrieges wider. Man war sich siegessicher. Die Karte wurde am 12.10.1914 in Bredelar abgestempelt und verschickt.

Das Deutsche Reich als Verbündete Österreichs erklärten daraufhin am 01.08.1914 Russland und zwei Tage später Frankreich den Krieg. Vor 100 Jahren brach somit der I. Weltkrieg aus. Unter dem Thema „Männer an der Front – das Leben der Frauen und Kinder daheim“ findet hierzu in der Hauptschule Marsberg eine umfangreiche Ausstellung statt. Im Altkreis Brilon wird die Marsberger Ausstellung, die Erste dieser Art sein. Die Deutsch-Französische Gesprächsrunde Marsberg erinnert zusammen mit der Marsberger Partnerstadt Lillers in Form eines Aktionstages am 31.05.2014 an den Ausbruch des I. Weltkrieges. An diesem Tag wird ab 14 Uhr auch die Ausstellung mit Eindrücken zum Leben der Menschen an der Front sowie daheim in Marsberg vor rund 100 Jahren eröffnet. Die Arbeitskreismitglieder Wolfgang Kleffner, Karl-Heinz Berger, Norbert Becker und Andreas Karl Böttcher sichteten hierzu umfangreiches Material und konzipierten hieraus eine für Marsberg außerordentliche, interessante Ausstellung. In Zusammenarbeit und mit einigen Leihgaben von Ortsheimatpflegern, Chronisten und weiteren Heimatfreunden in der Stadt entstand diese sehenswerte Ausstellung. Den Grundstock der Ausstellung mit vielerlei Exponaten stellt das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“.

Dieser „Gruß aus Padberg“ zeigt Padberger Schulkinder, die Feldpostpäckchen für die Padberger Soldaten an der Front zusammenstellen. Das Bildnis ist aus 1915. Foto: Norbert Becker, Ortsheimatpfleger von Padberg.

Dieser „Gruß aus Padberg“ zeigt Padberger Schulkinder, die Feldpostpäckchen für die Padberger Soldaten an der Front zusammenstellen. Das Bildnis ist aus 1915. Foto: Norbert Becker, Ortsheimatpfleger von Padberg.

Zusätzlich haben Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Marsberg in den letzten Monaten historische Daten von Marsberg und seinen Ortschaften um 1914 zusammengetragen. Die Schüler des Carolus-Magnus-Gymnasiums mit ihrem Lehrer Dr. Knut Linsel und des Lycée Anatole France gründeten eine Schreibwerkstatt. Diese Ergebnisse kommen natürlich am Aktionstag und im Rahmen der Ausstellung zur Präsentation. Auch die Gäste aus Lillers tragen mit einer bunten, weltweitreichenden Briefmarkensammlung zum Thema I. Weltkrieg bei. Die Ausstellung wird dreigeteilt sein. Zum einen können die Besucher den Zeitgeist, den Pomp und den Kult um den Kaiser und dessen Familie sowie um die damaligen Generäle des Reiches umrahmt von den damaligen Nationalfarben „schwarz-weiß-rot“ erleben. Zum anderen lassen Exponate und Mitbringsel von Soldaten das kriegerische Leben und die schrecklichen Szenen an der Front erahnen. Der dritte Teil der Ausstellung gibt Einblicke auf die Notzeiten im Deutschen Reich und in Marsberg, die bereits während des Krieges entstanden und sich bis tief in die 1920er Jahre festsetzten. Aber auch zahlreiche Werke und Kriegerehrenmäler der Marsberger Bildhauer Larenz werden zu sehen sein. Die Ehrenmäler spiegeln die damalige, öffentliche Trauerbewältigung und das Gedenken der Bevölkerung an die schmerzlichen Verluste gefallener Marsberger Soldaten wider. Weitere Exponate erlauben Einblicke in eine damalige Kinderstube. Hier wurde schon den Kleinsten kriegerisches Denken vermittelt. Vieles Mehr kommt an den Ausstellungstagen ans Tageslicht. Die Ausstellung in der Hauptschule Marsberg wird am Samstag, dem 31.05.2014 von 14 bis 19 Uhr geöffnet sein. Am Sonntag, dem 01.06.2014 geht es von 11 bis 16 Uhr weiter. Am Montag, dem 02.06.2014 und Dienstag, dem 03.06.2014 sind ganz besonders alle Schulklassen von 9 bis 12 Uhr herzlich eingeladen die Ausstellung zu besuchen. Anmeldungen nimmt hierzu Wolfgang Kleffner in der Hauptschule unter Tel. 02992-8976 gerne entgegen. Am Pfingstwochenende findet von den Marsbergern ein Gegenbesuch in der Partnerstadt Lillers statt. Somit wird die Ausstellung in der Hauptschule schon am Mittwoch, dem 04.06.2014 wieder abgebaut, da ein Teil der Ausstellung mit nach Frankreich geht und dort in ähnlicher Form gezeigt wird. In Marsberg ist sie dann von Ende Juli bis Anfang August 2014 nochmals zu sehen.

Diese Postkarte bildet das Kriegslazarett Johannesstift in Niedermarsberg um 1915 ab.

Diese Postkarte bildet das Kriegslazarett Johannesstift in Niedermarsberg um 1915 ab.

 

Ein Exponat der I. Weltkrieg-Ausstellung vom Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ zur Verfügung gestellt: Original-Spielzeug aus der Kinderstube – Ein Königsjäger (Reiter).

Ein Exponat der I. Weltkrieg-Ausstellung vom Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“ zur Verfügung gestellt: Original-Spielzeug aus der Kinderstube – Ein Königsjäger (Reiter).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Postkarte erstellte der Bildhauer Bernard Larenz aus Niedermarsberg im April 1917. Der Schutzpatron der deutschen Soldaten, der Heilige Michael, trägt Hindenburg im Schilde. Damalige Meinung: Da „Hass und Neid“ (links und rechts unten abgebildet) auf Deutsche einwirken würden, könne auch kein Friedensangebot abgegeben werden. Der preußische Adler fliegt unter dem Heiligen Michael. Er hat lt. Larenz-Zeichnung schon die Schlangen sowie den russischen Bären und den gallischen (französischen) Hahn zur Strecke gebracht.

Die Postkarte erstellte der Bildhauer Bernard Larenz aus Niedermarsberg im April 1917. Der Schutzpatron der deutschen Soldaten, der Heilige Michael, trägt Hindenburg im Schilde. Damalige Meinung: Da „Hass und Neid“ (links und rechts unten abgebildet) auf Deutsche einwirken würden, könne auch kein Friedensangebot abgegeben werden. Der preußische Adler fliegt unter dem Heiligen Michael. Er hat lt. Larenz-Zeichnung schon die Schlangen sowie den russischen Bären und den gallischen (französischen) Hahn zur Strecke gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

Postkarte nach Zeichnungen des Bildhauers Bernard Larenz aus dem Jahr 1915. Im linken Teil ist im Hintergrund der Niedermarsberger Bilsteinturm und die Obermarsberger Stiftskirche zu erkennen.

Postkarte nach Zeichnungen des Bildhauers Bernard Larenz aus dem Jahr 1915. Im linken Teil ist im Hintergrund der Niedermarsberger Bilsteinturm und die Obermarsberger Stiftskirche zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Postkarte von Bernard Larenz, Niedermarsberg, erstellt im November 1916 - Zu sehen ist der  Soldaten-Schutzpatron: der Heilige Michael.

Postkarte von Bernard Larenz, Niedermarsberg, erstellt im November 1916 – Zu sehen ist der Soldaten-Schutzpatron: der Heilige Michael.