1.200 Jahre alter Ring geht auf Reise

1.200 Jahre alter Ring geht auf Reise

Obermarsberg. Die Eresburg galt als größte Volksburg der Sachsen. Sie befand sich auf dem Bergplateau des heutigen Obermarsberg. Der Ort ist seit dem 20.03.1991 in der Bodendenkmalliste B der Stadt Marsberg unter der laufenden Nummer 9 eingetragen. In der Denkmalbeschreibung der Akte 4 B ist zu lesen: „Das Bodendenkmal ist bedeutend für die Geschichte der Menschen. Es hat in der westfälischen und deutschen Geschichte eine ausschlag­gebende Rolle gespielt.“

Erst jüngst wurden bei Grabungsarbeiten im Stiftsbezirk neue Befunde festgestellt, die in die Zeit des Mittelalters eindatiert werden. Eine umfangreiche Dokumentation wird von der LWL-Archäologie Außenstelle Olpe von Dr. Eva Cichy ausgearbeitet. Großes Interesse zeigte das Archäologieamt an einem mindestens 1.200 Jahre alten Kupferring aus der Sammlung von „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte“. Dieser Ring wurde vom damaligen Ortsvorsteher von Obermarsberg, Johannes Plemper, an Haus Böttcher übergeben und ist nun Eigentum des Geschichts- und Heimatvereins „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“.

Der kupferne Ring wurde in der Nähe des Stiftsbezirks in der oberen Eresburgstraße gefunden. Erste, grobe Datierungen von Archäologen über „europäische Literaturvergleichsstücke“ ermittelten das vorgenannte Alter, das in die sächsische Zeit Marsbergs vorstößt. Dieser Fund gilt als besonders spektakulär, da Obermarsberg in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder überbaut wurde und archäologische Funde meist nur sehr selten als Streufunde auftreten. Nun soll der besondere Obermarsberger Kupferring ausgiebig untersucht werden. Ein dreiköpfiges LWL-Archäologie-Team holte am Dienstag, dem 15.10.2013 eigens den wertvollen Ring von Haus Böttcher in Obermarsberg zur weiteren Dokumentation ab. Insbesondere versprechen sich die LWL-Mitarbeiter Bernd Schneider, Desiree Hammerschmidt und Karin Peters eine genauere zeitliche Eindatierung des Schmuckstückes, das vermutlich einem ranghöheren Einwohner des Eresberges gehörte. Auch sollen die germanischen Zeichen und Runen auf dem Siegel des Ringes gedeutet werden. Der Ring wird nach ausgiebiger Untersuchung an das Museum „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte“ zurückgegeben und kann dann von vielen Besuchern und Geschichtsfreunden Obermarsbergs begutachtet werden.