Haus Böttcher – Haus der Geschichte

Hier kann die Geschichte von Haus Böttcher, dem ältesten Bürgerhaus der Stadt Marsberg aus dem Jahr 1589, nachempfunden werden. Auch die Historie der ehemaligen sowie der derzeitigen Wohnstätten der Böttchers in Obermarsberg und Bredelar wird an dieser Stelle präsentiert. Gewinnen Sie ein paar Eindrücke, was es heißt, in einem Denkmal zu wohnen. Die Rubriken: Restaurierungen 1980er Jahre und 2011 zeigen Ihnen auf, wie arbeitsintensiv, mühsam und auch kostspielig es ist, so ein herausragendes Denkmal in Schuss zu halten.

Nach und Nach werden auf dieser Seite auch andere Gebäude Obermarsbergs beschrieben und dokumentiert. Das Angebot wird komplettiert durch die Familienforschung, nicht nur zur Familie Böttcher. Eine Brücke nach Ostpreußen und zur befreundeten Kreisgemeinschaft Gumbinnen schlägt der Exkurs-Artikel zum Gut sowie zur Familie Padeffke, der bereits im Medium der Kreisgemeinschaft, dem Gumbinner Heimatbrief, veröffentlicht wurde. Irene Böttcher war eine geborene Padeffke.

Lassen Sie sich von der reichhaltigen Geschichte des Ortes, der jeweiligen Häuser und der einzelnen Familien überraschen!

Haus Böttcher Eresburgstr. 28

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Haus Böttcher – Eresburgstraße 28 in Obermarsberg

Das älteste Bürgerhaus der Stadt Marsberg steht in der Eresburgstraße 28, in der Oberstadt, südlich der Nikolaikirche gelegen. Es erhielt 1989 zum 400-jährigen Bestehen die nordrhein-westfälische Denkmalschutzplakette verliehen.

Im Jahre 1589 wurde das Haus von Johann Mertens sen. erbaut. Dieses beweist die Originalinschrift, die bei der Renovierung der Fassade im Jahre 1985 hinter der Verkleidung mit der derzeitigen Inschrift oberhalb des Torbogens zu Tage gefördert wurde. Die Inschrift, abgefasst in deutscher Sprache, spätgotische Buchstaben, ist komplett und gut erhalten. Sie ist sehr scharfgratig, weist keinerlei Farbspuren auf und lautet: „Johann Mertens seinor hat got vortrwet vnd deuß Hauß gebawt, christi gebot 1589“. Johan Mertens war ein Reidemeister und Gildebruder der Obermarsberger Kaufmannszunft, der er bereits vor 1593 angehörte.

Die kunstvolle Rahmung des Deelentores von 1781 mit gedrehten Reliefsäulen und der Inschrift auf einer Art Architrav wurde nach eingehender Erörterung beim Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster wieder vor die freigelegte ursprüngliche Inschrift gesetzt, um der bauhistorischen Entwicklung der Fassade Rechnung zu tragen.

Unter dem letzten Drittel des Hauses befindet sich der in Felsen gehauene Gewölbekeller, der nach Auskunft des Bodendenkmalamtes in Olpe und des Westfälischen Freilichtmuseums in Detmold aus dem 12. Jahrhundert stammt. Das gleiche Alter wie der Gewölbekeller weist eine Sickergrube auf, die bei Ausschachtungsarbeiten im Vorderhaus freigelegt worden ist.

Die jetzt zu sehende Hausinschrift oberhalb des Deelentores (-Fensters) von 1781 lautet: A(nno) . 1589 BIN ICH ERBAVET . DENEN FOBBEN . N . N . ANVERTRAVT . DVRCH GOTTES HVLF ERHALTEN BIS 1781 . GOTT GEBE SEINE GNAD FERNER AMEN . . GOTT . ALLEIN .  . DIE EHRE .

Welche Bedeutung hat nun das Jahr 1781 in der o. a. Inschrift?

In diesem Jahr könnte eine Renovierung oder Reparatur erfolgt sein. Auf alle Fälle wurde die Inschrift mit der Verkleidung angebracht. Außerdem könnte das Haus 1781 von der Familie Fobben erworben worden sein. Hier käme vom Alter her, (1781 war er 66 Jahre alt), der Anton Philipp Fobben, * 11.06.1715, + 25.07.1797, in Frage. Er war Kaufmann, (wie auch Johan Mertens), und Schulmeister. Denkbar wäre auch ein Erwerb durch seinen damals 26-jährigen Sohn, den Franz Wilhelm Josef Fobben, * 25.11.1754, + 27.05.1835. Vielleicht hat auch der o. a. Anton Fobben, er wird als Schäfer und Gerichtsschreiber erwähnt, die Inschrift anlässlich der Geburt seines ältesten Sohnes, des Ackersmannes Heinrich Anton Fobben, der am 22.03.1781 geboren ist, anbringen lassen. Hierbei verlieren wir uns allerdings in Spekulationen, denn  Unterlagen darüber existieren nicht.

Nachforschungen beim Grundbuchamt des Amtsgerichtes Marsberg brachten dann weitreichende gesicherte Erkenntnisse. Die Akten weisen den gerade o. a. Scheffer (Schäfer) Franz Fobbe(n) als Eigentümer aus. Unter dem 31.05.1811 ist ein Erbpachtvertrag verzeichnet, abgeschlossen zwischen ihm und der Königlichen Domäne Bredelar als Rechtsnachfolgerin des Klosters Bredelar. Weiterhin ist aktenkundig, dass sein Sohn, der Ackerwirt Caspar Wilhelm Fobbe, * 14.11.1790, + 05.12.1866, das Haus von seinem Vater übertragen bekommen hat. Mit Sicherheit war Caspar Fobbe bereits am 11.07.1826 der Besitzer von Haus und Hofraum Nr. 304, belegen in der Katastral-Gemeinde zu Obermarsberg, Flur I. Auch im Stadtplan von Obermarsberg nach dem Kataster von 1830 ist das Haus Nr. 304 dem Fobbe Kaspar, Ackersmann, zugeordnet.Dieser wiederum überträgt seinem Sohn, dem Ackersmann Joseph Fobbe, durch Kaufvertrag vom 10.04.1850 für eine Summe von 500 Thalern das Anwesen. Joseph Fobbe verstirbt am 05.01.1879 und wird von seiner 2. Ehefrau, der Theresia Fobbe, geb. Pielsticker und seinen beiden Söhnen aus 1. Ehe, Franz und Anton Fobbe beerbt. Theresia Fobbe stirbt dann am 29.03.1879. Wegen Überschuldung erfolgt die Subhastation (Insolvenzverfahren). Der Kaufmann Abraham Traugott ersteigert am 06.02.1880 das Anwesen für 1925 Mark.

Am 19.04.1880 wird dann ein Kaufvertrag zwischen dem Abraham Traugott und dem Anstreichermeister Karl Friedrich Wilhelm Böttcher, * 10.11.1841, dem Urgroßvater des derzeitigen Besitzers, abgeschlossen. Das Haus wird für 1800 Markerworben und geht somit in den Besitz der Familie Böttcher über.

Wilhelm Böttcher stammt aus Lauterberg am Harz, (heute Bad Lauterberg). Sein Vater, Heinrich Wilhelm Böttcher, siedelte nach der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Stadtberge (Marsberg) um. Er erwirbt zunächst 1866 das Haus Nr. 255 auf dem Kohlbett, in dem sich heute die Gaststätte „Bei Steggers“ befindet. Dieses Haus überträgt er 1877, kurz vor seinem Tode, an seinen Sohn Wilhelm.  Dieser verkauft es noch im gleichen Jahre an den Steiger Ferdinand Kleffner. Wilhelm Böttcher erwirbt nun 1879 das Haus Nr. 303, heute Eresburgstraße 26, Haus Kunath. Dieses Haus bleibt bis 1951 im Besitz der Familie Böttcher.

Doch wieder zurück zum ältesten erhaltenen Hause der Stadt. An seinem Todestag, dem 11.10.1916, wird Wilhelm Böttcher von seiner Ehefrau Anna, geb. Stahmann und u. a. seinem Sohn Carl Böttcher, * 26.04.1876, hinsichtlich des Hauses beerbt. Anna Böttcher segnet das Zeitliche am 02.11.1918. Alleiniger Besitzer ist jetzt Carl Böttcher. Seine noch lebenden 7 Geschwister, 3 sind bereits verstorben, werden anderweitig abgefunden. Nach dem Tode von Karl Böttcher, gelangen seine Ehefrau Mathilde, geborene Müller, und sein Sohn Hermann in den Besitz des Hauses. Mathilde Böttcher verstirbt 1972. Alleinerbe ist ihr einziger Sohn Hermann Böttcher. Dieser stirbt 1973. Nunmehr gehört das Haus seiner Ehefrau Irene Böttcher, geb. Padeffke, und seinem Sohn Karl-Rudolf Böttcher. Letzterer wird 1974 durch Übertragung alleiniger Besitzer. Seit dem Jahre 1978 sind Karl-Rudolf Böttcher und seine Ehefrau Elvira, geb. Thiele die Eigentümer. Somit befindet sich das Gebäude seit über 130 Jahren, zwischenzeitlich in der 4. Generation, im Besitz der Familie Böttcher.

Während das Haus Bestand hatte, wechselte die Anschrift bzw. Bezeichnung mehrfach. 1830, zu Beginn der Katasteraufzeichnungen, lautete die Grundstücksnummer 304. Mit Einführung der Straßennamen wechselt die Bezeichnung in Hauptstraße 14. 1906 werden neue Hausnummern eingeführt. Das Haus bekommt nun die Nummer 25 in der Hauptstraße. Letztere wird im „Dritten Reich“ in Hindenburgstraße umbenannt, wobei die Hausnummern aber beibehalten werden. Mit der kommunalen Neugliederung am 01.01.1975 erfolgt eine Umbenennung der Straßen und Neuordnung der Hausnummern. Die neue Anschrift heißt seither: Eresburgstraße 28.  

Die grundlegende Renovierung erfolgte in den Jahren 1980 bis 1985 in enger Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege in Münster. Bereits 1962 war im Grundbuch eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit zu Gunsten dieses Amtes beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe eingetragen worden. Diese verpflichtet den jeweiligen Hauseigentümer, das Äußere des Hauses einschließlich der Dachflächen im bestehenden Zustande zu belassen. 1985 wurde das Haus auch in die Denkmalliste der Stadt Marsberg als untere Denkmalbehörde eingetragen.

Restaurierung 2011

Restaurierung 2011

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Die Außenrestaurierung 2011…

…wurde von Mitte Juli bis Ende August 2011 vorgenommen. Das Ergebnis kann bei Hausbesichtigungen und Stadtführungen in Augenschein genommen werden. Denkmalgetreu und in bester Qualität arbeiteten gemeinschaftlich die Firmen: Zimmerei Giller aus Giershagen, Maler Luce aus Bredelar und Restaurator Grosche aus Küstelberg.

Restaurierung 1985

Restaurierung 1985

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Die Restaurierung in den 1980er Jahren…

…erfolgte in Eigenleistung der Familie Böttcher. Die perfekte, detailgetreue und fachmännische Außenrestaurierung wurde von der Firma Peez aus Obermarsberg ausgeführt.

Haus Eresburgstraße 26

Eresburgstraße 26

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Eresburgstraße 26 in Obermarsberg

Zu Beginn der Katasteraufzeichnungen im Jahre 1830 war für das Grundstück Nr. 303, Flur I, der Steuergemeinde Obermarsberg mit dem darauf stehenden Wohnhaus Nathan Kosing als Eigentümer ausgewiesen. Vermutlich sein Sohn, der Kaufmann David Kosing verkaufte am 11. Juli 1855 durch notariellen Vertrag die Liegenschaft an den Arnold Schulze aus Obermarsberg. Dieser war Lehrer an der hiesigen Volksschule. Er war verheiratet mit der Elisabeth Schulze, geb. Bunse. Nach seinem Tode heiratete seine Witwe im Jahre 1866 den Kaufmann Heinrich Schuto aus Niedermarsberg. Nunmehr waren die Eheleute Schuto die Eigentümer des Hauses Nr. 303.

Durch Kaufvertrag vom 07. Juni 1878 erwarb der Anstreicher Karl Friedrich Wilhelm Böttcher Haus und Grundstück zum Preis von 930 Mark. Das Haus führte zu dieser Zeit schon die Hausnummer 13. Die Auflassung beim Amtsgericht Marsberg erfolgte am 08. Mai 1879.

Karl Friedrich Wilhelm Böttcher verstarb am 11. Oktober 1916. Er wurde von seiner Ehefrau Anna Böttcher, geb. Stahmann, und seinen noch lebenden 9 Kindern beerbt. Anna Böttcher starb am 02. November 1918. Sie hinterließ ein Testament, wonach ihr Sohn Georg Heinrich Böttcher das Wohnhaus, nunmehr in der Hauptstraße 23 gelegen, erbte. Die Eintragung im Grundbuch erfolgte erst am 21. Juli 1938.

Durch notariellen Kaufvertrag vom 06. September 1950 erwarben die Eheleute Schlosser Heinrich und Maria Kesselmeier, geb. Klein, die aus Neuhaus stammten, das Wohnhaus, das sie auch bezogen. Bevor dieser Vertrag jedoch aufgelassen und ins Grundbuch eingetragen wurde, erfolgte unter Aufhebung dieses Vertrages der Verkauf des Anwesens an den Bäckermeister Paul Flaschel. Die entsprechende notarielle Verhandlung datierte vom 23. Januar 1951. Der Kaufpreis betrug 11.000,00 DM. Herr Flaschel betrieb in dem Hause eine Bäckerei. Er baute zum Nachbargrundstück, Hauptstr. 25, hin an und richtete in dem Anbau seinen Bäckerladen ein. Georg Heinrich Böttcher zog nach dem Verkauf nach Bredelar zu seiner Schwägerin und seinem Neffen.

Das gesamte Anwesen veräußerte die Familie Flaschel dann am 04.06.1968 an den Bäckermeister Hans Kunath. Die Familie Kunath ist bis heute Eigentümer der Parzelle 16, Flur 12, Eresburgstraße 26, wie die Anschrift seit der kommunalen Neugliederung vom 01.01.1975 lautet.    

 
Kohlbettstraße 3

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Kohlbettstraße 3 in Obermarsberg

Laut des notariellen Kontrakts vom 11. Februar 1844 hatte der Maurer Philipp Lutter jun. das Grundstück Flur I, Nr. 252, für 13 Taler von dem Vorbesitzer Conrad Bodenstein erworben. Das Grundstück Flur I, Nr. 255, hatte er für 12 Taler ebenfalls durch notariellen Vertrag vom 11. Februar 1844 von dem Heinrich Steinhoff sen. gekauft. Im Sommer 1844 errichtete der fachlich versierte Maurer Philipp Lutter dann auf dem Grundstück Nr. 255 ein Wohnhaus. Dieses wurde am 06. September 1844 durch Erklärung im Grundbuch eingetragen.

Am 02. September 1862 erwarb dann der Kaufmann Alexander Schönstadt aus Niedermarsberg die Grundstücke Nr. 252 und 255 mit Wohnhaus sowie vier weitere Parzellen zum Gesamtpreis von 450 Talern.

Heinrich Wilhelm Böttcher wurde durch notariellen Vertrag vom 02. April 1866 Eigentümer des in der Steuergemeinde Obermarsberg, Flur I, Nr. 252, gelegenen Grundstücks, Garten, 8 Ruthen 35 Fuß groß, und des Flur I, Nr. 255, gelegenen Grundstücks, Garten, 8 Ruthen, 35 Fuß groß, mit dem darauf stehenden Wohnhause zum Preis von 375 Taler in Nachfolge des Alexander Schönstadt.

Am 07. Mai 1877 übertrug Heinrich Böttcher seinem Sohn, dem Anstreichermeister Karl Friedrich Wilhelm Böttcher, das zu diesem Zeitpunkt die Bezeichnung Flur I, Nr. 1090, tragende Anwesen. Die Auflassungserklärung wurde am gleichen Tage in dem o. a. Hause vor dem dort erschienenen Grundbuchrichter Fischer unterzeichnet, da der Heinrich Böttcher bettlägerig erkrankt war. Der Wert wurde mit 700 Talern angegeben. Bei dem Richter Fischer handelte es sich um den Autor des Heimatbuches „Die Eresburg“.

Das Gasthaus Bei Steggers - Eine Chronologische Abhandlung

07. April 1877                                         

Der Anstreichermeister Wilhelm Böttcher verkaufte das Grundstück Kohlbettstraße 149 zu Obermarsberg, Garten mit Hofraum und Wohnhaus, Hintergebäude und Anbau, Größe: 2,39 ar, an den Steiger Ferdinand Kleffner, * 01.11.1831 in Madfeld, + in Obermarsberg, (Urgroßvater der jetzigen Konzessionsinhaberin), zum Preis von 850 Thalern (2.550 M). „Ausgeschlossen vom Verkaufe bleiben die im Hause befindlichen Öfen, jedoch ist der in der Wohnstube befindliche mit verkauft. Ferner vom Verkaufe ausgeschlossen bleibt die im Hause befindliche Kochmaschine und der kupferne Brautopf.“

03. Oktober 1877

Die Auflassung des o. a. Vertrages erfolgte bei der Königlich Preußischen Gerichts-Commission zu Marsberg. Das restliche Kaufgeld in Höhe von 712 Thalern wurde am gleichen Tag entrichtet. Kosten der Auflassung: 15 M und 25 Pf. Der Eintrag erfolgte am 04.10.1877.

24. April 1878

Die Landrätl. Behörde des Kreises Brilon stellte dem Krämer Ferdinand Kleffner einen Erlaubnisschein zum Betriebe einer Bierwirthschaft in seinem Hause aus.

23. März 1908

Die Witwe Steiger Ferdinand Kleffner, die Theresia Kleffner, geb. Nolte(n), * 15.05.1830  in Giershagen, + 1908 in Obermarsberg, übertrug ihrem Sohn, dem Bürogehilfen Albert Kleffner, * 18.02.1870 in Niedermarsberg, + 25.03.1946 in Obermarsberg, das Grundstück nebst Gebäude Kohlbettstraße 149.

08. März 1910

Der Kaufmann Albert Kleffner beantragte einen Bauschein zur Erstellung eines Anbaus an sein Wohnhaus. Dieser Bauschein wurde am 15.04.1910 durch die Stadt Obermarsberg ausgestellt.

25. März 1946 

Der o. a. Albert Kleffner verstarb. Er wurde beerbt von seiner Ehefrau, der Gertrud, gen. Theresia Kleffner, geb. Timpe, * 16.03.1876 in Essentho, + 12.11.1949 in Obermarsberg.

12. November 1949

Die o. a. Theresia Kleffner verstarb. Erbe war ihr Sohn, der Schlosser und spätere Kaufmann und Gastwirt Albert Kleffner, * 01.07.1918 in Obermarsberg, + 01.12.1962 in  Obermarsberg (Vater der jetzigen Konzessionsinhaberin). Nacherbe war dessen Bruder, der Johann Kleffner, + 06.05.1905, vermisst, falls er aus der Gefangenschaft zurück kehren sollte.

01. Dezember 1962

Mit dem Tode des o. a. Albert Kleffner, erbten seine Ehefrau, die Putzmacherin Gertrud Kleffner, geb. Koltermann, * 13.02.1917 in Miala/Westpreussen, + 16.02.1985 in Obermarsberg, sowie deren Kinder, die Marianne Kleffner und der Albert Kleffner das Anwesen. Frau Gertrud Kleffner betrieb das Lebensmittelgeschäft und die Gaststätte weiter, unterstützt wurde sie dabei von ihrer Schwägerin, Frau Maria Diekamp, geb. Kleffner.

30. Juni 1980

Der Lebensmittelladen wurde geschlossen. Frau Gertrud Kleffner war bis zu diesem Zeitpunkt Betreiberin der Gastwirtschaft.

01. Juli 1980

Die neue Betriebsinhaberin der Gastwirtschaft „Bei Steggers“ ist die Gastwirtin Marianne Buse, geb. Kleffner.

1981

Umbau der Gastwirtschaft mit neuer Toilettenanlage

1986

Umbau des gesamten Hauses bis auf die bereits neu erstellte Gaststätte und Toilettenanlage, einschließlich Neubau des gesamten Daches. Dabei entstand der Saal für Feierlichkeiten und Veranstaltungen.

1992

Ausbau der fünf neuen Gästezimmer

 
Bredelar

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Paul-Gerhardt-Straße 17 in Bredelar

Den ersten Bauplan zur Errichtung eines Wohnhauses in Marsberg-Bredelar hatten Wilhelm Böttcher und seine Frau Johanna Böttcher, geb. Frewert, aus Obermarsberg schon im Jahr 1913. Gebaut wurde ab 1914 in der damaligen Bergstraße von Bredelar. Bedingt durch den I. Weltkrieg verzögerte sich die Fertigstellung des Gebäudes bis 1919. Familie Böttcher nutzte das Gebäude als Wohnhaus und Anstreicherei, später richtete sie dort auch noch ein Lebensmittelgeschäft ein. Nach dem Tod von Wilhelm Böttcher in 1938 erbten seine Frau Johanna und seine Söhne Wilhelm und Johannes Böttcher das Anwesen. Wilhelm Böttcher war für die Firmennachfolge vorgesehen, starb allerdings bereits im Polenfeldzug 1939 zu Beginn des II. Weltkriegs. Er war somit der erste Gefallene des II. Weltkriegs im Altkreis Brilon. Johannes Böttcher heiratete 1943 Ilse Kraft. Beide bewirtschafteten fortan den Betrieb und das Lebensmittelgeschäft. 1944 wurde Tochter Ursula, heute Rösler, geboren. Sie ist heute zusammen mit ihrem Mann Kurt Eigentümerin des Anwesens. Das Gebäude steht heute in der Paul-Gerhardt-Straße 17 in Bredelar gegenüber dem evangelischen Pastorat. Vor der kommunalen Neugliederung trug es die Haus-Nr. 84 in der Bergstraße.  

Erwähnt werden muss an dieser Stelle auch, dass das Haus in den 1950er Jahren durch den Verkaufserlös des Hauses Hauptstraße 23 in Obermarsberg von Heinrich Böttcher umfassend ausgebaut und erweitert wurde. Heinrich Böttcher wohnte danach bis zu seinem Lebensende ebenfalls im Gebäude in Bredelar.

 
Familie – Böttcher

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Familie Böttcher…

…stammt ursprünglich aus Lauterberg im Harz. Aufgrund des Bergbaus zogen sie Anfang der 1860er Jahre nach Marsberg. Die Familie von Heinrich Wilhelm und Henriette Wilhelmine Böttcher wohnten nachweisbar ab 1866 in Obermarsberg. Sohn Karl Friedrich Wilhelm Böttcher begründete eine eigene Anstreicherei in Obermarsberg. Sein Sohn Karl Friedrich Wilhelm und auch sein Enkelsohn Hermann Wilhelm Martin führten die berufliche Tradition des Anstreichers fort. Die heutige Familie Böttcher: Karl Rudolf Friedrich und Frau Elvira samt den Söhnen Andreas Karl und Christian stellen nunmehr die 5. und 6. Generation in Marsberg.

 
Familie – Padeffke
 

 

Gutshof der Familie Padeffke in Groß Wischtecken (Ullrichsdorf), Ostpreußen

Irene Böttcher war eine geborene Padeffke. Hier werden die Vorfahren der Familie und die beachtliche – für westfälische Verhältnisse kaum vorstellbare – Größe des Gutes Padeffke in Ostpreußen vorgestellt.

Die Geschichte

Das Gut ist seit etwa 1840 im Besitz der Familie Padeffke gewesen. Der erste Namensträger war Johann Padeffke, geboren 1811 in Stannen, Kreis Gumbinnen, ein Abkömmling des in Stannen um 1730 angesiedelten Koloniebauern Peter Padeffke. Dann übernahm der einzige Sohn des Johann Padeffke namens Heinrich Padeffke, geboren 1847 in Groß Wischtecken das Väterliche und heiratete am 15.11.1872 in Judtschen (Kanthausen) Henriette Padeffke, die einzige Tochter des kölm. Gutsbesitzers Friedrich Padeffke aus Stannen. Von den 12 Kindern aus dieser Ehe starben als Kleinkinder bzw. Kinder 8, so dass nur 4 Kinder, nämlich 2 Söhne und 2 Töchter die Jugendzeit überlebten. Von den beiden Söhnen erhielt der o. a. Hans Padeffke, geb. 17.11.1877 das Väterliche in Groß Wischtecken, während der andere Sohn Max Padeffke ein familiäres Gut, das flächenmäßig Größte, in Groß Berschkallen im Kreis Insterburg übernahm. Die beiden Töchter waren ebenfalls verheiratet und hatten Kinder. Charlotte Padeffke heiratete den Landwirt Ullrich in Markthausen im Kreis Labiau. Sie bekam ebenfalls ein Stück des familiären Gutes als sogenannte und letztendlich freiwillige Mitgift. Tochter Martha Padeffke war in I. Ehe mit Landwirt Sablowski und in II. Ehe mit Landwirt Konrad in Balschkehmen im Kreis Angerapp verehelicht. Auch sie bekam als Mitgift von ihrem großzügigen Vater, dem Gutsherren Friedrich Padeffke, ein stattliches Stück des Familien-Gutes, außerhalb von Groß Wischtecken – nämlich das Vorwerk Rosenfelde. Groß Wischtecken ging einzig und allein an Hans Padeffke. Hans Padeffke vermachte das Gut in Groß Wischtecken an seinen einzigen Sohn Erwin Padeffke im Oktober 1940. Erwin Padeffke fiel am 26.11.1942 in Wedenije (Russland) für Großdeutschland. Seine Frau Christel und Tochter Katharina waren die legitimierten Erben lt. Erbfolge. Das Gut wurde gemeinschaftlich weitergeführt. Die fast komplette Familie Padeffke aus Groß Wischtecken machte sich zeitig vor Kriegsende auf die Flucht gen Westen. Sie fand eine erste Zuflucht in Coesfeld in Westfalen. Die Einzige, die bis zum Einmarsch der Roten Armee den Hof zusammen mit dem Schweitzer Warnat bewirtschaftete, sofern dieses der Krieg zu ließ, war Irene Böttcher, geb. Padeffke. Sie floh, nachdem es keinen anderen Ausweg mehr gab, Richtung Ostsee, im Januar 1945. Vorher ließ sie mit dem Schweitzer das Vieh frei und steckte die Scheunen an, so dass das Ganze nicht an den Russen fiel. Die Gutshäuser, das Herrenhaus und Wohnhaus sowie die Deputantenhäuser, blieben erst einmal bestehen. Irene Böttcher, geb. Padeffke, setzte mit viel Glück in den trügerisch-kriegssicheren Westen über. Hierzu nahm sie quasi das letzte „sichere“ Schiff über die Ostsee. Mit diesem Schiff konnte sie auch nur deshalb mitfahren, weil sie am Hafen einen verwaisten Jungen als Kind „annahm“ und diesen als eigenen Sohn, der seine Papiere verloren hatte, betitelte. Zum Schluss kamen nur noch Frauen mit Kindern und Verwundete auf die Schiffe und somit aus Ostpreußen heraus. Andere hatten kaum eine Chance. Aber dieses ist eine andere Geschichte. Das komplette Gut Padeffke jedenfalls war an die Russen verloren.

Lt. Berichten von ehemaligen Heimatreisenden, u. a. auch Alfred Warnat (Sohn des Deputanten des Gutshofes Padeffke), sind die Gutshäuser, einschließlich der Deputantenhäuser der Familie Padeffke in den 1960er Jahren abgetragen worden. Mit dem Abrissmaterial sind mehrere kleine, typisch-russische Häuschen errichtet worden. Von den ursprünglich 54 Anwesen in Groß Wischtecken (Ullrichsdorf) sind nur noch 4 erhalten geblieben. Die ehemalige Schule ist 1989 abgebrannt, angeblich verursacht durch den neuen Besitzer im Alkoholrausch. Der Friedhof und der Gutsherrenfriedhof der Familie Padeffke sind eingeebnet worden und dienen den Russen als Abstellplatz für Traktoren. Die übrigen Flächen des Ortes und der Flur sind planiert und werden wiederum landwirtschaftlich genutzt.

Die ursprüngliche Größe der Padeffke´schen Güter, auf den Kreis Gumbinnen und Insterburg verteilt, war 850 ha = 3400 Morgen, zzgl. nochmaliger rund 100 ha = 400 Morgen Waldfläche. Diese wurden aber vielfach im Laufe der Jahrhunderte aufgeteilt bzw. zum Teil auch verkauft. Allein im Ort Groß Wischtecken (Ullrichsdorf) betrug die Fläche des Familiengutes zu Letzt rund 108 ha (Stand: 1945), über die anderen Güter der Familie z. B. im Kreis Insterburg liegen für das Kriegsende 1945 keine Informationen vor. Eine annähernd ähnliche, ursprüngliche, wirtschaftliche Gesamtgröße erreichte noch nicht einmal die adelige Familie von Trotha, die unweit der Padeffkes in Klein Wischtecken (Ullrichshof) residierten und einen nicht unerheblichen Besitz hatten. In Westfalen sind dieses Größen, die man nur erträumen kann. Ostpreußen galt zu Recht als Kornkammer Deutschlands!

Die Familie

Irene Böttcher, geb. Padeffke, verw. Barkowski, ist am 12. Juli 1919 in Groß Wischtecken (ab 1938: Ullrichsdorf) geboren. Eltern sind Hans Padeffke, Gutsbesitzer in Groß Wischtecken, geboren am 17.11.1877 (Groß Wischtecken), verstorben am 09.11.1953 in Coesfeld, Hochzeit am 01.06.1909 in Grünheide (Standesamt Judtschen), und Martha Knapp aus Grünheide, geboren am 25.03.1884 (Grünheide), verstorben am 05.03.1962 in Coesfeld.

Irene Böttcher, geb. Padeffke, war die Jüngste von 4 Geschwistern:

1. Ihr Bruder Erwin Padeffke (Gutsbesitzer ab 10/1940) ist im Russlandfeldzug für Großdeutschland gefallen. Geboren ist er am 11.03.1910 in Groß Wischtecken. Gefallen am 26.11.1942 in Wedenije/Russland. Hochzeit mit Christel Rapelius am 28.09.1940 in Ullrichsdorf. Diese ist am 24.05.1918 in Birkental (Kreis Angerburg) geboren. Sie haben eine Tochter: Katharina Padeffke.

2. Ihre Schwester Irma Padeffke (geb. am 28.04.1912 in Groß Wischtecken) hat am 28.09.1935 Oskar Kadereit in Sodehnen (Kreis Darkehmen) geheiratet. Landwirt (in Georgenthal, Kreis Insterburg) Oskar Kadereit und Frau Irma, geb. Padeffke haben 1 Kind: Gerd Kadereit.

3. Ihre Schwester Gretel Padeffke ist am 20.02.1917 in Groß Wischtecken geboren. Sie hat am 28.09.1941 in Groß Stangenwalde Helmut Mühlbacher geheiratet. Helmut Mühlbacher (Landwirt in Lieparten, Kreis Tilsit-Ragnit) ist am 27.09.1911 in Lieparten geboren. Diese haben 2 Kinder: Karsten und Barbara Mühlbacher.

4. Irene Padeffke ist am 12.07.1919 in Groß Wischtecken geboren. Sie hat in I. Ehe am 24.05.1944 Erich Barkowski aus Groß Waltersdorf (Walterkehmen) geheiratet. Erich Barkowski ist am 28.09.1905 in Groß Waltersdorf geboren und 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze gefallen. In 2. Ehe hat Irene Padeffke Hermann Böttcher (geb. am 19.05.1909) am 29.09.1951 in Marsberg geheiratet. Irene Böttcher, geb. Padeffke ist am 16.08.2007 in Marsberg verstorben. Sie hat 2 Kinder: Erwin Padeffke und Karl-Rudolf Böttcher.

Geschichte in Marsberg

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